|
Morbus Whipple: Immunfaktoren scheinen für den Ausbruch dieser Infektionskrankheit mitverantwortlich zu sein
Bereich: Grundlagenforschung Infektiologie
![]() |
![]() |
![]() |
|
| PD Dr. med. Gabriele Schoedon, Zürich |
Prof. Dr. phil. Martin Altwegg, Zürich |
||
Schoedon G, Altwegg M, Goldenberger D, Forrer R, et al.
Deactivation of macrophages with interleukin-4 is the key to the isolation of Tropheryma whippelii.
J Infect Dis. 1997; 176:672-7
Die Whipple-Erkrankung ist eine schwerwiegende Infektionskrankheit, die mit Fieber, Bauchschmerzen, Durchfall, Gewichtsverlust, aber auch mit rheumatischen und neurologischen Beschwerden einhergehen kann. Ihr Verlauf ist in der Regel chronisch und endet ohne Behandlung meist tödlich. Der Nachweis des Erregers, Tropheryma Whippelii, gelang erst mit der Einführung der PCR-Methode (Polymerase Chain Reaction). Mit der Polymerase-Kettenreaktion können bestimmte Genabschnitte eines Bakteriums oder Virus im Reagenzglas millionenfach vermehrt werden, so dass ausreichende Genmengen zur Charakterisierung des Erregers zur Verfügung stehen.
Die Züchtung von Mikroorganismen gelingt in Makrophagen (Fresszellen), die mit Immunfaktoren wie Kortikoiden (Nebennierenrindenhormonen) und Interleukinen (Signalstoffe des Immunsystems) deaktiviert wurden. PD Dr. Gabriele Schoedon und Prof. Dr. Martin Altwegg, Departement für Innere Medizin, Universitätsspital Zürich, konnten anhand von Makrophagenkulturen, die mit Gewebsproben infizierter Patienten inkubiert wurden, zeigen, dass Interleukin-4 (IL-4), ein immunregulierendes Zytokin, der Schlüssel zur Vermehrung des Whipple-Bazillus ist. Diese Tatsache legt nahe, dass bei einem infizierten Patienten immunologische Faktoren am Ausbruch der Krankheit beteiligt sein könnten.
Zur Behandlung der Whipple-Erkrankung stehen zur Zeit nur wenige etablierte Antibiotika zur Verfügung, die über einen langen Zeitraum verabreicht werden müssen. Die Züchtung dieser Bakterien erlaubt deren exakte Charakterisierung und kann zur Aus-testung neuer und spezifischerer Therapiemöglichkeiten verwendet werden.
| Die Forschungsarbeit | ||
| Morbus Whipple: Immunfaktoren scheinen für den Ausbruch dieser Infektionskrankheit mitverantwortlich zu sein | 6 Kb | |





