Mangel an Muskel-Regulatorprotein MLP scheint an der Entwicklung einer Herzinsuffizienz beteiligt

Bereich: Grundlagenforschung Herzkreislauf

Dr. med. Pico Caroni
Basel
Dr. Silvia Arber
USA

Arber S,Caroni P, Hunter JJ, Ross J Jr, et al. MLP-deficient mice exhibit a disruption of cardiac cytoarchitectural organization, dilated cardiomyopathy, and heart failure.
Cell. 1997; 88:393-403

Eine bestimmte Form der Herzmuskelerkrankung, die dilatative Kardiomyopathie (DKM), führt zu einer Vergrösserung der Herzkammern mit gleichzeitiger Verdünnung der Kammerwände. Die Folge für das Herz ist ein massiver Verlust an Pumpleistung. Aus-ser der Herztransplantation sind keine wirksamen Behandlungsmethoden bekannt. Vor einigen Jahren wurde ein Gen identifiziert, das nur in Herz- und Skelettmuskel exprimiert wird und in allen bisher untersuchten Wirbeltieren, einschliesslich Mensch, vorkommt. Dieses Gen bildet ein Protein, das MLP (muscle LIM protein), das die Differenzierung von Muskelgewebe reguliert. Ob dieses Protein eine Rolle bei der Entstehung der speziellen Form der Herzinsuffizienz spielt, untersuchten Dr. Silvia Arber, Howard Hughes Medical Institute, Columbia University College, New York, und Dr. Pico Caroni, Friedrich Miescher-Institut, Basel. Sie konnten am Tiermodell zeigen, dass Mäuse, denen das Gen für dieses Protein fehlt (MLP-knockout Maus), eine schwere hypertrophierende Herzmuskelerkrankung erleiden, die morphologisch und klinisch dem Krankheitsbild beim Menschen entspricht.

Analysen des Muskel-LIM-Proteingens von Patienten mit dieser Herzmuskelerkrankung zeigten, dass diese Patienten wie die MLP-knockout Maus sehr geringe MLP aufweisen. Es ist somit wahrscheinlich, dass die Befunde des Mausmodells in direkter Beziehung zum Krankheitsgeschehen beim Menschen stehen. Das genetische Mausmodell hat bereits zu vielversprechenden Nachuntersuchungen geführt, die Einblicke in den Mechanismus der dilatativen Kardiomyopathie ermöglichen und hoffentlich zu Strategien für eine wirksame Behandlung dieser schweren Herzerkrankung führen.

 

Die Forschungsarbeit
Mangel an Muskel-Regulatorprotein MLP scheint an der Entwicklung einer Herzinsuffizienz beteiligt 6 Kb