Der Prostatakrebs zerstört die Bremse der Knochenbildung

Bereich: Grundlagenforschung Urologie und Nephrologie

Dr. Cyrill A. Rentsch
Universität Bern

Der Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen des Mannes in der Schweiz. Trotz intensivierter Suche und Behandlung der Erkrankung sterben jedes Jahr unverändert 1500 Männer daran. Die grosse Mehrheit dieser Männer erleidet im Verlauf einen Befall ihrer Knochen durch den Prostatakrebs. Dabei bewirkt dieser durch Wechselwirkungen Störungen im Knochenaufbau. Die Folgen sind Schmerzen und Knochenbrüche. Die Erforschung der Wechselwirkung zwischen Krebs und Knochen ist daher für diese Patienten im Hinblick auf neue Therapieoptionen von grosser Wichtigkeit. Der Knochenbefall beim Prostatakrebs unterscheidet sich gegenüber anderen Krebsformen: Wo es bei diesen zur Auflösung des Knochens kommt, entsteht beim Prostatakrebs überschiessendes, brüchiges Knochenwachstum. In einem Tiermodell konnten wir zeigen, dass die überschiessende Knochenbildung auf einer fehlenden Produktion eines Hemmstoffes (Noggin) beruht, der in anderen Krebsformen zur Auflösung des Knochens beiträgt. Dieses Resultat revolutioniert die bisherige Meinung über die Entstehung der überschiessenden Knochenbildung durch Prostatakrebs und stellt einen neuen therapeutischen Ansatz in der Behandlung dieser fatalen Erkrankung dar.

Lack of noggin expression by cancer cells is a determinant of the osteoblast response in bone metastases. Ruth Schwaninger*, Cyrill A. Rentsch*, Antoinette Wetterwald, Geertje van der Horst, Rutger L. van Bezooijen, Gabri van der Pluijm, Clemens W. G. M. Löwik, Karin Ackermann, Walter Pyerin, Freddie C. Hamdy, George N. Thalmann, Marco G. Cecchini; Am. J. Pathol. 170:160-175 (2007); * equally contributed

 

Die Forschungsarbeit
GF Urologie Nephrologie Rentsch.pdf 224 Kb