Blasenkrebs – Detektierung des Lymphabflusses mittels neuartiger multimodaler Technik

Bereich: Herzkreislauf, Urologie und Nephrologie


Dr. Beat Roth
Universität Bern

Nebst der Infiltrationstiefe gilt die Lymphknotenbeteiligung als wichtigster Prognose-Faktor beim Blasenkrebs. Eine Lymphknotenentfernung im Rahmen der Blasenentfernung gilt heute als Standard, weil so 30 % der Patienten mit Metastasen in den Lymphknoten geheilt werden können. Über die genaue Ausdehnung der Lymphknotenentfernung herrschen jedoch kontroverse Ansichten, da ein Lymphdrainagemuster bisher nicht gezeigt werden konnte. Da kleine Metastasen weder mittels MRI noch mittels CT erkennbar sind, wird deshalb beim Blasenkrebs eine teilweise sehr ausgedehnte Lymphknotenentfernung durchgeführt. Dies bedeutet eine erhebliche Morbidität für den Patienten.

Nach Injektion einer radioaktiven Substanz in die Blase konnten wir mittels neuartiger Fusionsbildgebung von 3-D-SPECT und CT (SPECTCT) die einzelnen drainierenden Lymphknoten vor der Operation erkennen und während der Operation mittels einer Gamma-Sonde ( eine Art Geigerzähler ) aufsuchen und entfernen. Somit gelang es uns nun erstmalig, den genauen Lymphabfluss der verschiedenen Blasenregionen zu dokumentieren und die Gebiete der erforderlichen Lymphknotenentfernung zu definieren

Diese Daten können künftig genutzt werden, um die morbiditätsträchtige Lymphknotenentfernung auf die notwendigen Regionen zu beschränken.

A New Multimodality Technique Accurately Maps the Primary Lymphatic Landing Sites of the Bladder. Beat Roth, Michael P. Wissmeyer, Pascal Zehnder, Frédéric D. Birkhäuser, George N. Thalmann, Thomas M. Krause, Urs E. Studer; European Urology 57, (2010) 205-211

 

Forschungsarbeit
Herzkreislauf, Urologie und Nephrologie -
Dr. Beat Roth (PDF)
268 Kb