Bereich: Onkologie - Sonderpreis


Dr. Lukas Baitsch
Universität Lausanne

Erschöpfte Immunzellen in Metastasen von Patienten mit schwarzem Hautkrebs

Neue Impftherapien können mittels Aktivierung von Immunzellen (sogenannte T-Zellen) relativ starke Immunantworten in Patienten mit schwarzem Hautkrebs induzieren. Im Gegensatz zu den T-Zellen im Blut haben die T-Zellen im Tumorgewebe funktionelle Störungen, was zu ungehindertem Krebswachstum führen kann.

Das Ziel unserer Arbeit war, die Gründe der funktionellen Unterschiede zwischen T-Zellen im Blut und im Tumorgewebe molekular aufzudecken. Durch die vergleichende Analyse der Expression aller Gene in T-Zellen konnten wir nachweisen, dass tumorspezifische Zellen aus dem Blut tatsächlich funktionell sind, vergleichbar mit funktionellen virusspezifischen Zellen. Gleichzeitig fanden wir, dass tumorspezifische Zellen aus dem Tumorgewebe in einem sogenannten «erschöpften » Zustand sind, vergleichbar mit Zellen in chronischen Infektionen (e. g. Hepatitis, HIV) mit bekannten Störungen der T-Zell vermittelten Immunität. Dieser «erschöpfte» Zustand geht eng mit bestimmten molekularen Veränderungen einher, wie zum Beispiel der erhöhten Expression von negativen Rezeptoren der T-Zellen.

Unsere Resultate eröffnen neue Möglichkeiten, Immuntherapien zu entwickeln, welche diesen molekularen Faktoren entgegen wirken, damit sich eine starke Immunantwort gegen den Tumor aufbauen kann.

Exhaustion of tumor-specific CD8+ T cells in metastases from melanoma patients. Lukas Baitsch, Petra Baumgaertner, Estelle Devêvre, Sunil K. Raghav, Amandine Legat, Leticia Barba, Sébastien Wieckowski, Hanifa Bouzourene, Bart Deplancke, Pedro Romero, Nathalie Rufer, and Daniel E. Speiser; J Clin Invest. 2011;121(6):2350 –2360.

 

Forschungsarbeit (Original Publikation)
Exhaustion of tumor-specific CD8+ T cells in metastases from melanoma patients (PDF) 268 Kb